Der Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio Andrea Riccardi hat am 28. Mai den Karmelitinnen von Pescara in Italien einen Besuch abgestattet.

Diese Gemeinschaft war in Rom im früheren Kloster der Schwestern entstanden, die seit der Gründung 1610 bis 1972 dort gelebt haben. In diesem Jahr übernahm ein junger Student mit Namen Andrea Riccardi zusammen mit einigen Freunden das Gebäude und startete mit seinem Werk der Geschwisterlichkeit, des Gebetes und des Dienstes für die Ärmsten aus den Außenbezirken von Rom, das sich ab 1973 den Namen Gemeinschaft Sant’Egidio gegeben hat, so wie das Kloster der Schwestern vorher geheißen hat.

Anlässlich der Präsentation eines Buches von ihm mit dem suggestiven Titel Tutto può cambiare (Alles kann anders werden) wollte der „junge“ Andrea Riccardi die Karmelitinnen besuchen und ihnen dieses wertvolle Zeugnis hinterlassen, „als liebenswürdiges Andenken an die gemeinsamen Wurzeln in Sant’Egidio in Trastevere in Rom. Ich wünsche euch allen den Frieden Gottes und seinen Schutz, und alles Gute und bete darum, dass Euer Gebet mich und alle beschütze. In freundschaftlicher Verbundenheit von Sant’Egidio. Andrea Riccardi.

Auf Anweisung der Generaloberen des Ordens bereitet das Informationsbüro des Ordens einige Änderungen vor, die im Laufe des Jahres 2019-2020 nach und nach umgesetzt werden sollen.

Aus diesem Grund werden wir unter Ausnutzung der Ferienzeit im Nordteil der Erde die Information im August und September aussetzen und sie Anfang Oktober wieder aufnehmen.

Unsere sozialen Netzwerke sollen jedoch aktiviert bleiben, insbesondere Facebook und Twitter. Wie sicherlich alle wissen, kann im Internet-Portal des Ordens www.carmelitaniscalzi.com ganz unten auf zwei Fenster zugegriffen werden, in denen man alle Nachrichten des Ordens aus aller Welt in diesen sozialen Netzwerken lesen kann. Dazu bedarf es keines eigenen Kontos. Wir laden alle ein, auf diese Weise mit uns in Kontakt zu bleiben.

Wir wünschen allen ein segensreiches Fest Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel.

Außer dem Kongress über Johannes vom Kreuz im Teresianum, über den in dieser Nummer berichtet wird, gibt es weitere Ereignisse, die seine Aktualität beweisen.

In Murcia fand vom 21. – 23. Mai ein interdisziplinäres Treffen statt, bei dem die beiden Patres José Vicente Rodríguez und Emilio Martínez Referate hielten. Dabei gab es auch die Gelegenheit, über den Einfluss Juans in der Kunst, wie Musik, Malerei, Bildhauerei und Film nachzudenken. Organisiert wurden die Tage vom Institut „San Fulgencio“ der Diözese Cartagena, den Karmeliten von Caravaca und den Karmelitinnen von Algezares. Angesichts des Erfolgs besteht die Hoffnung, am genannten Institut einen Lehrstuhl für sanjuanistische Studien errichten zu können.

Im Bereich der Publikationen gibt es zwei neue Bücher, eine Biografie von Bruno Moriconi auf Italienisch mit dem Titel „Der Gefangene von Toledo. Juan de la Cruz. Dichter Gottes“ und ein postumes Werk von Eulogio Pacho „Cánticio Espiritual“, herausgegeben von Ciro García.

Nicht vergessen sei der dritte Internationale Juan-Kongress im CITeS in Ávila, vom 2.-8. September, an dem man auch via online teilnehmen kann. Für Informationen wende man sich an www.mistica.es.

The General Council of the Carmelites and the Definitory of the Discalced Carmelites, at which presided their respective Fathers General, Fernando Millán, OCarm, and Saverio Cannistrà, OCD, met recently at the Provincial House of the OCarm friars, in Gort Muire, Dublin, between the 27th and the 30th of May. This meeting was part of the periodical meetings which both councils have together and which are normally held in Rome. However, a longer meeting is held every so often in which, apart from dealing with the issues concerning collaboration between the two Orders, a formation topic is addressed. In this case the chosen argument was Mission in today’s world. As is traditional, after the meeting is over, a conclusive document will be prepared to share with all the members of the Teresian Carmel and the Ancient Observance.

Mit dem Titel „Gedächtnis und Hoffnung bei Johannes vom Kreuz“ fand von 9-10. Mai im Teresianum ein Kongress über Johannes vom Kreuz statt. Ziel war, im interdisziplinären Gespräch den Läuterungsprozess des Gedächtnisses mit Hilfe der theologalen Tugend der Hoffnung zu betrachten, ohne sich dabei auf das dritte Buch des Aufstiegs zu beschränken, sondern das Gesamtwerk in den Blick zu nehmen.

Zu Wort kamen Experten der Philologie, der biblischen und spirituellen Theologie, der Soziologie, was die Aktualität seiner Botschaft zeigt, die in der theologischen Tradition verwurzelt und auch für anthropologische Fragestellungen offen ist, ja auch für Zeiten der Krise und der Aussöhnung, die der Hoffnung bedürfen, um die schmerzlichen Erinnerungen auszulöschen, die Menschen und Gesellschaften gegeneinander aufbringen.

Der Kongress endete mit einem Runden Tisch der Referenten, die so auf der Grundlage ihrer Referate miteinander ins Gespräch kommen konnten und die Aktualität Juans herausstellten.

Im Internet-Portal der Fakultät (www.teresianum.net) können die Vorträge über You Tube nachgehört werden.

Vom 20.-25. Mai fand die Versammlung der Assoziation der Karmelitinnen von Peru statt. An den Vormittagen gab es online- Referate zur Ausbildung von P. Rafal Wilkowski, der über den Dienst der Autorität in den Gemeinschaften der Karmelitinnen, die menschliche Bildung und das Gemeinschaftsprojekt sprach.

Die Schwestern waren sehr zufrieden und sind P. Rafal sehr dankbar. Vor Ort wurden die Schwestern begleitet von den Patres Alfedo Amesti, Ángel Zapata und Pedro Zubieta, der als Kirchenrechtler den Entwurf der zukünftigen Statuten durchsah, der bereits vorbereitet worden waren.

Am 2. Tag des Treffens fanden unter Beteiligung aller zwölf Klöster die Wahlen statt, mit folgenden Ergebnissen:

Präsidentin: M. Liliana de la Sagrada Eucaristía del monasterio san José au Arequipa

Erste Ratsschwester. M. Elena de la Reina aus Lima

Zweite Ratsschwester: M. María Guadalupe del Niño Jesús aus Piura

Drittte Ratsschwester: M. María de Jesús aus Cañete

Vierte Ratsschwester: M. Juana Teresa de la Cruz aus Ayacucho.

Vertreterin: M. Ketty de Jesús Lima, Carmen Alto

Ökonomin: M. Edith de Jesús, ebenfalls aus dem Carmen Alto in Lima

Die Schwestern seien dem Gebet aller Brüder und Schwestern des Ordens empfohlen.

Um den Studenten unserer Theologischen Fakultät bessere Dienste erweisen zu können, wurden in der Aula Padre Silverio Modernisierungen vorgenommen, womit die in der Aula Magna bereits durchgeführten weitergeführt wurden.

So wurden alle Bänke herausgenommen und durch neue mit Steckdosen für PCs ersetzt, die Lautsprecher wurden verstärkt, ein Video-Projektor installiert, zwei Videokameras mit Mikrofonen angebracht, um Direktaufnahmen in HD-Qualität während der Vorträge zu ermöglichen. Die Aula ist nun mit der Aula Magna verbunden, so dass sie bei großen Ereignissen als Ausweichraum benutzt werden kann.

Daniel de Pablo Maroto hat in der Editorial de Espiritualidad der Gruppe Fonte der Provinz Iberica eine neue Teresa-Biografie herausgebracht. Es handelt sich um die 2. korrigierte und erweiterte Auflage seines Buches aus dem Jahr 2015 mit dem Titel Mi Teresa als Zeichen des langjährigen und persönlichen Studiums, das der Autor Teresa gewidmet hat.

Die Ausgabe enthält wichtige Neuheiten, da sie die Forschungsergebnisse des Jubiläumsjahres 2015 mitberücksichtig. Neben einigen originellen Entdeckungen des Verfassers, die sicherlich zu einer Debatte unter den Fachleuten führen werden, stellt diese Biographie die Frage nach der Aktualität Teresas, nicht nur für Gläubige, sondern für alle, die sich ohne Vorurteile dieser außergewöhnlichen Zeugin für das Transzendente stellen.

Zum Auftakt der Zehnjahresfeiern ihres Bestehens hat die Ibn Arabi Society Latina (MIAS-latina), eine unabhängige kulturelle Vereinigung von Laien, die sich dem großen Dichter und Sufi-Mystiker Ibn Arabi aus Murcia, aber auch anderen Autoren und verwandten Themen widmet, vom 10. – 12. Mai im CITeS in Ávila ihr 9. Internationales Symposium gefeiert. Ein solches Symposium wird jährlich, gewöhnlich im Frühjahr, in Murcia gehalten. Ähnliche Symposien fanden schon in Barcelona und Sevilla statt.

Es nahmen 19 Experten sowohl für Ibn Arabi als auch für andere Themen daran teil, denn das Ziel des Symposiums ist der Austausch über die verschiedenen Sprachformen, besonders der Poesie und die Ausdrucksversuche in der Erfahrung und Erkenntnis der Mystik, einer sowohl menschlichen als auch universalen Erfahrung.

Vorgestellt wurden die Dichter Fernando Pessoa, Juan Ramón Jiménez, Clara Janez, Johannes vom Kreuz und Teresa neben den großen Dichtern der persischen Sufi-Tradition oder der Beginen wie Hadewijch von Antwerpen. Daneben richtete man den Blick auch auf die Hindu-Poesie, wie Râsa Lîlâ, oder, wie im Eröffnungsreferat, die primitiven und Indio-Kulturen.

Während des Symposiums wurden die jährlichen Preise von MIAS-latina vergeben, so an den portugiesischen Schriftsteller Paulo Borges (Taryman-Preis 2019), an den Musiker und Forscher Eduardo Paniagua (Barzaj-Preis 2019) und an die Philologin und Bibliothekarin Luisa Mora für die Islam-Bibliothek „Felix Maria Pareja“ in Madrid (Hikma-Preis 2019).

 

Zum Zeitpunkt der Schöpfung – sagen wir etwa zwischen dem 5. und 6. Tag – machte Gott zwischen dem 2. nördlichen Breitengrad und dem 16. östlichen Längengrad einen Spaziergang. Ich weiß genau, dass es zu dieser Zeit noch keine so genauen Bezugspunkte auf der Welt gab. Und der gute Gott hatte sie für seine Spaziergänge auf der Erde, die er geschaffen hatte, gewiss nicht nötig; aber ihr sollt verstehen, wo er in diesem Moment war. Und hier machte Gott eine Pause und schlief ein. Entweder hatte ihn die Arbeit der vorhergehenden Tage ermüdet oder er brauchte sich noch nicht um sieben Milliarden Menschen zu kümmern. Er war sich aber nicht bewusst, dass sich am Grund seiner Fantasie ein Loch befand, aus dem Flüsse und Wasserfälle, sehr hohe Bäume, Edelsteine und Tiere verschiedenster Art und Farbe herauskamen. Als er wieder aufwachte, war es zu spät, um alles wieder in den Sack zurückzulegen. Die Affen turnten zwischen den Lianen herum und spielten sogar mit dem Sack, aus dem sie gerade herausgekommen waren. Gott lächelte amüsiert und dachte, dass die Affen ihm wirklich gut geraten waren. Er nannte das, was er gerade geschaffen hatte, „Wald“ und meinte, dass jemand diese große Schönheit bewachen müsse. Er schuf also die Pygmäen, eins der freundlichsten und friedlichsten Völker auf der Erde. Gott vertraute ihnen die Schlüssel des Waldes an, verließ diesen Ort mit etwas Wehmut und begann, sich um die Probleme der Menschen zu kümmern, die kurz darauf die ersten Städte bauen würden. So ein Wunder, das nur 500 km von meinem Wohnort enfernt liegt, verdiente einen persönlichen Besuch. Wir haben also gedacht, dass ein Ausflug an den Ort, wo Gott sich vor vielen Jahrhunderten ausgeruht hatte, auch für uns der geeignete Platz sein könnte, um uns abzulenken und uns ein bisschen von den akademischen Anstrengungen des ersten Semesters zu erholen.

Die erste Station der langen Reise war Bambio, im Gebiet des Lobaye, wo sich unser Referenzhotel im Bezirk befindet. Gleich nach unserer Ankunft haben uns die Familie von Bruder Régis und das ganze Haus den besten Kaffee aus der heimischen Produktion angeboten. Die Sonne war noch nicht untergegangen und wir haben daher ein schönes Bad im Fluss genommen. Bevor wir am nächsten Morgen die Reise fortsetzten, feierten wir die Messe in der Dorfkirche. Aber es ist in Bambio unmöglich, eine Messe zu feiern, die nicht feierlich ist, und die Menschen laufen in großer Zahl herbei. Hier sind Priester selten, geschweige denn, dass einer kommt und von einem ganzen Konvent begleitet wird. Zum Frühstück sieht Bambio ein  „continental breakfast“ mit Maniok und Wild vor, das am Tag zuvor gejagt wurde.

Am Nachmittag kamen wir in Belemboké an, einer Mission nur für Pygmäen am Rande des Urwalds. Die einzigen im Dorf, die keine Pygmäen sind, sind zwei afrikanische Priester, Pater Anselm und Pater Sèrge, drei Schwestern aus Lateinamerika, Schwester Melania, Schwester Alba Maria und Schwester Margarita, und der Grundschullehrer. Die Pygmäen – so erklärten mir meine Mitbrüder – sind die wahren Bewohner der Zentralafrikanischen Republik. Hier hat sie der gute Gott wirklich hingestellt, während die anderen Bewohner des Landes zu der ethnischen Gruppe der Bantu gehören, die als Folge von Migration nach Zentralafrika kamen. Die Pfarrgemeinde und das Dorf Belemboké entstanden zusammen im Jahr 1973 auf die Initiative von Pater Lambert, einem mutigen französischen Priester. Dieser Missionar bemerkte, dass die Pygmäen sehr oft in Abhängigkeit von Herren anderer Ethnien lebten, fast wie Sklaven.

Der Priester gründete eine Pfarrgemeinde nur für sie und erlaubte auch die Gründung eines Dorfes nur für Pygmäen, die um die Kirche ihre typischen kleinen Hütten aus Zweigen und Blättern, die zu der Form eines Iglu verflochten waren, errichteten. Und mit allem Respekt für diejenigen, die ein bisschen voreilig glauben, dass die Evangelisation ein Grund für die Auslöschung der indigenen Kulturen sei, gab dieser Priester den Pygmäen mit dem Evangelium auch Freiheit und Würde, indem er die Kultur und die Traditionen bewahrte. Unter den interessantesten Elementen der Kultur der Pygmäen fand er in einem Umfeld, wo die Polygamie weit verbreitet war, die Praxis einer strengen Monogamie, die sich gut – es ist angebracht, es zu sagen – mit der christlichen Auffassung von der Ehe vertrug. Offensichtlich gefiel die Initiative von Pater Lambert denen nicht, die die unbezahlte Arbeitskraft verloren hatten. Der Priester wurde bedroht. Aber zu seiner Verteidigung intervenierte Bokassa, der berühmte Herrscher des damaligen zentralafrikanischen Reiches. Er erklärte, dass jeder, der diesem Priester etwas Böses zufügen würde, es dem Kaiser selbst zugefügt hätte.

Seitdem leben diese kleinen Herren des Urwaldes weiterhin glücklich und in Frieden. Sie wissen nichts über das x-te und mehrdeutige Friedensabkommen für die Zentralafrikanische Republik, das gerade in Khartum unterzeichnet wurde. Nachdem wir die Nacht zwischen den Hütten der Pygmäen verbracht haben, brachen wir nach Bayanga auf, wo wir den  National Dzanga-Sangha National Park besuchten. Der Park ist eingebettet in den Urwald des Kongo-Beckens im äußersten Südwesten der Zentralafrikanischen Republik zwischen Kamerun und Kongo – Brazzaville.

Ziel der Exkursion war es, eine Elefantenherde zu treffen und aus der Nähe zu beobachten. Wir durchquerten zu Fuß ein Stück des dichten Urwaldes. Der Anführer, der von einem Pygmäen unterstützt wurde und sich an die Spitze der Gruppe stellte, gab uns einige Anweisungen für das Verhalten bei der Begegnung mit einem Elefanten Gorilla. Für die Nilpferde gab er keine Anweisungen: Er informierte uns, dass es besser sei, sie überhaupt nicht zu treffen. Schließlich bat er uns zu schweigen, um keine Tiere anzulocken. Meine Mitbrüder versanken in einem Schweigen, das strenger war als das, das sie abends im Kloster nach der Komplet halten müssen. Während wir barfuß einen kleinen Fluss durchquerten, bemerkten wir nach einigen Metern Fußabdrücke von beachtlicher Größe. Der Anführer scherzte nicht: Hier sind vor kurzem Elefanten gegangen. Nach fast einer Stunde Fußmarsch kletterten wir auf einen Aussichtspunkt, der geschaffen wurde, um diese riesigen Geschöpfe Gottes zu betrachten, die gegen Mittag zu einem Wasserlauf kommen, um zu trinken. Das Schauspiel war beeindruckend und übertraf alle Erwartungen: Es waren 100 Elefanten. Aber, so informierte uns der Anführer, im Urwald seien 4.000 gezählt worden. Ein unglaublicher Reichtum, der diesen Winkel unberührter Natur zu etwas Einzigartigem auf der Welt macht und unsere Blicke für einige Stunden auf sich zog.

Am Nachmittag fuhren wir weiter Richtung Norden. Wir durchquerten noch den tropischen Wald, für den die Beschreibung „üppig“ nicht ausreicht. Die Straße ist ein kleiner Weg von roter Erde, der ängstlich die Sträucher mit den großen Blättern und die majestätischen Bäume um Erlaubnis bittet. Sie sind hoch und eitel und gleichen Gendarmen mit Federbüschen, fast ungehalten über unsere Anwesenheit. Wir kamen schließlich in Nola an, wo wir die Nacht verbrachten. Nola ist eine malerische Stadt am Knotenpunkt der Flüsse Kadeï und Mamberé, die vereint den großen Fluss Sangha bilden, der unumstritten das Reich zahlloser Flusspferde ist. Am Zusammenfluss der beiden Flüsse befindet sich eine kleine Insel, die von großen Bäumen bewachsen und von Affen bevölkert ist. Hier stand einst das Gefängnis der Stadt. Um zur alten Missionsstation zu kommen, die 1939 gegründet wurde und am anderen Flussufer liegt, mussten wir mit dem Auto auf einem schwimmendem Lastkahn fahren. Wir kamen fast bei Sonnenuntergang an. Schwester Inès, eine alte spanische Ordensschwester, begrüßte uns. Zum Abendessen hatte sie uns Antilope und Garnelen vorbereitet.

Als wir am Vormittag durch die Stadt fuhren, waren wir von der Menge der ‘bureaux d’achat’, der Ankaufsstellen von Gold und Diamanten, die man auf jeder Straße sieht, überrascht. Tatsächlich befanden wir uns in einer der vielen Gebiete in der Zentralafrikanischen Republik, wo der Boden besonders reich an diesen wertvollen Mineralien ist. Meine Mitbrüder und ich leiden an der frustrierenden Frage, warum dieses Land, das buchstäblich auf seinem Gold und seinen Diamanten schläft, dazu verurteilt ist, in äußerster Armut zu leben und warum nur andere von seinen Reichtümern profitieren. Mittags erreichten wir Berberati, eine der größten Städte der Zentralafrikanischen Republik. Wir waren von den Jugendlichen des Centro Kizito zum Mittagessen eingeladen. Diese Einrichtung wurde für Kinder und Jugendliche geschaffen, die Opfer oder Täter von Gewalt sind. Oft sind es Waisen, manchmal kommen sie aus bewaffneten Gruppen oder sie haben einen mehr oder weniger langen Aufenthalt im Gefängnis hinter sich. Schwester Elvira, eine Missionarin, die genau weiß, was sie will und Waisenhäuser nicht leiden kann, hat diese Gemeinschaft gegründet. Sie versucht, Dutzenden von Kindern ihre Würde durch das Erlernen eines Handwerks, durch Landwirtschaft, Musik und Sport wiederzugeben. Vor allem sollen sie die Kunst lernen, zusammen zu leben, ohne sich ein Leid zuzufügen. “Sara mbi ga zo – Mach, dass ich ein Mann werde“ ist das anspruchsvolle Motto dieser ehrgeizigen Initiative, die Schwester Elvira bereits seit einigen Jahren mit Hilfe verschiedener Familien und mit nicht wenigen Schwierigkeiten hartnäckig voranbringt. Einer meiner Mitbrüder schlug am Ende des Besuchs Schwester Elvira als Präsidentin der Zentralafrikanischen Republik vor, wenn auch nur für ein Mandat. Ich glaube nicht, dass Schwester Elvira Ambitionen dieser Art hat, aber gerade in diesem Jahr hat der Präsident der Italienischen Republik  ihre Verdienste anerkannt und ihr den Verdienstorden der Italienischen Republik verliehen („Commendatore dell’Ordine al Merito della Repubblica Italiana“).

In der Kathedrale von Berberati trafen wir den jungen Bischof Denis Agbenyadzi, der aus Ghana stammt. Er unterhielt sich mit uns und erzählte ein bisschen von seiner Missionserfahrung, besonders von den acht Jahren, die er als Pfarrer bei den Pygmäen von Belemboké verbracht hat. Dann fuhren wir weiter in den Norden und machten auf halber Strecke eine Pause bei den Touboutu-Wasserfällen. Wir erreichten Carnot, ein weiteres Zentrum für die Gewinnung von Gold-und Diamanten. Pater André, ein alter Missionar aus Belgien,  begrüßte uns. Wir besuchten die Kirche „Unsere Liebe Frau von Mamberé“, die leider in einem schlechten Zustand ist. Sie scheint fast ein Meteorit von mittelalterlicher Kunst zu sein, der hier zufällig hinabgestürzt ist.

Auf der Fahrt nach Baoro, wo wir seit 1973 eine Missionsstation haben, die die letzte Station vor unserer Heimfahrt ist, diskutierten wir lebhaft über die Natur, die Geschichte, die Schönheit und die Gefühle eines Europäers und die eines Afrikaners. De gustibus non est dispuntandum ( über Geschmack lässt sich nicht streiten), sagten die Alten. Aber ich stehe nicht auf der Seite der Alten. Ich bin vor allem auf der Seite der Jungen und die Diskussion entbrannte, und wie! Meine Ansichten und meine ästhetischen Maßstäbe waren aber in einer eindeutigen Minderheit. Ich erklärte mich für besiegt und wir wandten uns weniger anspruchsvollen Gesprächen zu. In Baoro waren wir Gäste unserer Mitbrüder und besuchten die Katechenschule, die gerade wiedereröffnet wurde. Sie wurde vor vielen Jahren von Pater Nicolò, dem Gründer unserer Missionsstation, eingeweiht und kurze Zeit später geschlossen. Jetzt lebt sie dank des Engagements von Pater Odilon wieder auf. Er widmet sich leidenschaftlich der Ausbildung von zehn Katecheten, die hier mit ihren Familien leben.

Auf den letzten Kilometern vor unserer Ankunft in Bangui dachte ich an die Orte, aber vor allem an die Personen zurück, die wir während der Reise getroffen hatten: Missionare und Missionarinnen, die in dieses Land verliebt sind, die verborgen wie Diamanten für das Reich Gottes arbeiten, ohne viel Lärm zu machen. Jedem habe ich die unvermeidliche Frage gestellt: „ Wie viele Jahre bist du hier?“ Die Frage ist indiskret, fast unverschämt, als wollte ich die Kombination eines Safes wissen, der mir nicht gehört. Der Missionar oder die Missionarin lächelte, schloss die Augen – als ob er oder sie die Notwendigkeit zum Ausdruck bringen wollte, jedes an diesen Orten verbrachte Jahr noch einmal zu betrachten– und dann wurde demütig und zugleich stolz eine Zahl genannt, als sei es ein Geheimnis, das man nicht preisgeben will, wie das Karat des kostbarsten Diamanten: das des eigenen Lebens, das man für das Evangelium und diese Menschen geschenkt hat.

Liebe Grüße aus Bangui!

Pater Federico

In der Osteroktav verstarb am 25. April zu Bambolim (Goa, Indien) P. Edwin Aleluia Aleixo Diniz, Doktor der Theologie und Lizenziat der Hl. Schrift, emeritierter Professor am Teresianum in Rom. Geboren am 8. April 1944 in Merces (Goa), legte er am 19. März 1965 Profess ab und wurde am 9. April 1972 zum Priester geweiht. Er starb im Alter von 75 Jahren, 54 davon als Karmelit und 47 als Priester. Wir erinnern uns voll Dankbarkeit an ihn; sein Leben war ein Geschenk für den Orden und die Kirche, insbesondere wegen seines Beitrags für die Päpstliche Fakultät Teresianum. Empfehlen wir ihn der Göttlichen Barmherzigkeit, damit er sich für immer der himmlischen Seligkeit erfreuen möge.

Wie wahrscheinlich bereits viele Leser wissen, ist es möglich, unsere Zeitschrift Teresianum online einzusehen, und zwar ab dem ersten Jahrgang mit dem Titel Ephemerides Carmeliticae bis zum Jahr 2014. Ermöglicht wird es durch Dialnet und den Katalog der Bibliothek der Fakultät, zu dem man über das Internetportal www.teresianum.net gelangt. Schon bald soll das auch über Atla möglich sein, und die Artikel können im pdf-Format heruntergeladen werden.

Die späteren Jahrgänge können durch Anmeldung und Bezahlung von 50 € auch eingesehen werden.

Die Ausstellung „Vítor Teresa“, die im letzten Jahr in Alba de Tormes zu sehen war und sehr beeindruckende Werke aus dem Leben Teresas versammelt hatte, könnte für immer in Salamanca Spuren hinterlassen.

Die große Bedeutung der genannten Werke, die wieder zu ihren Eigentümern zurückkehrten, verhinderte es, dass es zu einer Dauerausstellung kam, doch hat die Provinzverwaltung von Salamanca eine Auswahl von ihnen fotografiert, die nun bis zum 5. Mai im Palast La Salina in Salamanca ausgestellt wird.

Die anlässlich des Teresa-Jubiläumsjahres von den Karmeliten von Alba de Tormes in ihrer Kirche vorbereitete und der Provinz Salamanca finanzierte Ausstellung wurde von Juli bis Dezember 2018 von mehr als 17.200 Menschen besichtigt.

Teresa wurde mit Hilfe entsprechender Werke zunächst als Karmelitin vorgestellt, dann aber auch von anderen Gesichtspunkten ihres Lebens aus betrachtet, so u. a. als Schriftstellerin und anderen.

Zur Ausstellung haben die Patres von Alba de Tormes, die Universität Salamanca, das Haus Alba, die Diözese Salamanca, die Kathedrale von Salamanca, die Päpstliche Universität, das Provinzmuseum, die Stiftung Rodríguez Fabrés, die Diözese Ávila, das Haus Pastrana, die Erzbruderschaft vom hl. Rosenkranz, die Forschungsgruppe Alfonso IX. und verschiedene Firmen und Einzelpersonen aus Alba beigetragen.

Der Katalog und ein Video können eingesehen werden unter:

http://www.lasalina.es/ebooks/Libros/978-84-7797-576-2.pdf

https://www.youtube.com/watch?v=HSRcFaGc-tY

Die Jesuiten von Rom haben am 10. April in ihrer berühmten Kirche Il Gesù eine Darbietung von Licht und Ton mit Texten aus den Ausrufen der Seele zu Gott der hl. Teresa zur Aufführung gebracht. Produktion und Interpretation waren Silvia Lanzalone, Übersetzung und Stimme Silvia Schiavoni und die musikalischen Improvisationen Gianni Trovalusci zu verdanken, während die Leitung bei Emanuela Mentuccia lag.

Ziel der Darstellung war, den Zuschauern mit Hilfe der Worte Teresas Gottes Liebe, die Teresa erfahren hat, vor Augen zu führen, aber auch die begeisterte Antwort Teresas darauf. Die eingesetzten Mittel wollten die Herzen der Zuschauer anrühren und sie zu ähnlichen Erfahrungen anleiten. Die auch von der Päpstlichen Fakultät Teresianum unterstützte Initiative war ein Publikumserfolg und fand ihren Abschluss in der wunderbaren Exegese der Ausrufe durch den aus Toledo stammenden Bischof Melchior Sánchez de Toca, Untersekretär des Päpstlichen Rates für Kultur.

Anlässlich der Fünfhundertjahrfeiern der Erscheinung Marias in Adro (1519-2019) hat Kardinal Anders Arborelius, der erste Kardinal aus Skandinavien und der erste unseres Ordens im 3. Jahrtausend, am 7. April unserer Wallfahrtskirche Mariä Schnee in Adro einen Besuch abgestattet. Empfangen von P. Gino Toppan, P. Aldino Cazzago, dem Provinzial der Provinz Venedig, und vielen Mitbrüdern stand P. Anders, wie er genannt werden möchte, einer feierlichen Konzelebration vor, bei der eine Statue des Gnadenbildes gesegnet wurde, die im Monat Mai im Gebiet der sog. Franciacorta unterwegs sein wird. Der Gottesdienst begann mit einer kleinen Überraschung, da die kleine Gruppe von Schweden, die es in der Gegend dort gibt, den hohen Gast in seiner Muttersprache begrüßte. Gestaltet wurde der Gottesdienst vom Chor der Schule, die die Patres leiten, und dank des Enthusiasmus von P. Gino konnten auch die paar Tropfen Regen dem Gelingen des Festes keinen Abbruch tun. In seiner Predigt hob „P. Anders“ hervor, dass die Fastenzeit eine Zeit der Freude ist, dass wir hoffnungsvoll in der Begleitung von Maria unseren Weg der Heiligkeit gehen und mit ihrer Hilfe unsere Erneuerung leben können.

Am Nachmittag besuchte P. Anders die Karmelitinnen von Cividino, während er zum Abendessen den Bischof von Brescia Pierantonio Tremolada empfing. Am folgenden leitete er das Morgengebet mit der Schule Mariä Schnee. Nach den Worten des Verfassers dieser Zeilen, Fr. Samuele Doná OCD, war diese Feier für den Karmel unter dem Schutz Marias ein Augenblick der Freude und der Gemeinschaft.

https://www.carmeloveneto.it/joomla/adro/658-il-cardinale-carmelitano-arborelius-ad-adro-cronaca-ed-intervista?fbclid=IwAR1y3CpmPtm_ka7i4ZRfcgbuXE6nXdxWNBvjSN_MaXyMGjUdYXpTAvYYg1Q