Die Assoziation der Karmelitinnen Heiliges Land ist ein Band gegenseitiger Hilfe, das es bereits seit Ende der 90er Jahre gibt. Heute hat sie eine andere Zusammensetzung und nennt sich „Föderation der Unbeschuhten Karmelitinnen von  U. L. Frau vom Berge Karmel, dem Nahen Osten und Nordafrika“, da die Klöster in Ägypten, Marokko und Syrien dazugekommen sind. Vom 16. bis 21. September haben sie sich auf Zypern getroffen und haben sich neben Austausch und Gebet der Überarbeitung der Statuten nach den letzten Dokumenten des Lehramtes gewidmet.
„Indem wir aufeinander hören, lernen wir uns besser kennen. Wer weise ist, hört niemals auf zuzuhören, sagte uns P. Miguel Márquez, der Provinzial der Provinz Ibérica, bei der Eröffnung unserer Gespräche.
P. Antoine-Marie Leduc OCD von der Religionskongregation half uns, unsere Sendung in der Kirche des Nahen Ostens und in Afrika zu vertiefen. „Niemals dürfen wir nach den letzten Dokumenten des Lehramtes Geist und Gesetz, das Charisma und das Gesetz, gegeneinander ausspielen.“

Vom 13. – 18. Oktober fand der vierte Kongress des Ordens für Afrika statt, der unter dem Thema «Das geschwisterliche Leben» stand.

Auftakt war ein Pontifikalamt mit dem Arzbischof von Yaundé Jean Mbarga in der Basilika zu Maria der Königin der Apostel in Mvolyé. Teilgenommen am Kongress haben auch P. General und der für Afrika zuständige Definitor P. Daniel Ehigie.

Einen aktiven Beitrag leistete auch Kardinal Anders Arborelius OCD, Bischof von Stockholm, dem alle Brüder und Schwestern aus den verschiedenen Teilnehmerländer sehr herzlich für seine ermutigenden und aufbauenden Beiträge danken.

In unserem Internetportal ist die Schlussbotschaft dieses Kongresses in Englisch und Französisch einsehbar.

 

 

Wie wir vor einige Tagen informiert haben, hat P. General an der ersten Wahlversammlung der Assoziation zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Italien teilgenommen.

Gewählt wurden:

Präsidentin: Schw. Maria Clara di Cristo, de Florenz

  1. Ratsschwester: Schw. Elisabetta di Gesù, Terni.
  2. Ratsschwester: Schw. Annalisa della Madre di Dio, Genua.
  3. Ratsschwester: Schw. Paola Vittoria di Cristo, Loreto.

 

Vor dem Afrikakongress besuchte P. General unsere Missionare in Sambia, die zur Provinz Manjummel gehören.

Agustí Borrell hat während seiner Pastoralvisitation der Provinz Navarra am spanischen Nationalfeiertag, dem 12. Oktober, mit der gesamten Karmel-Familie – Brüder, Schwestern, Familiaren und assoziierte Mitglieder – einen „Familientag“ gefeiert, während P. Daniel Chowing das Hochfest der hl. Teresa im Karmel Notting Hill in London gefeiert hat.

 

Vom 16.-21. September versammelte sich auf Zypern die Assoziation Hl. Land–Nordafrika, um die eigenen Statuten nach Maßgabe des Dokuments Cor orans zu überarbeiten. Es nahmen Schwestern aus dem Hl. Land, Ägypten, Marokko, Syrien und Griechenland daran teil. Begleitet wurden sie von P. Antoine Marie aus der Generalkurie, der im Dienst der Ordenskongregation steht, sowie noch andere Patres des Ordens.

 

Am 24. September 2019 hat die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentendisziplin den neuen Eigenkalender des Ordens zurückgeschickt, der am 16. Juli, Hochfest ULF vom Berge Karmel, approbiert worden war.

Wie ihr feststellen könnt, hat es gegenüber dem bisherigen einige Veränderungen ergeben; so sind einige verpflichtende Gedächtnisse zu nicht verpflichtenden geworden, andere wurden zur Vermeidung von Überschneidungen verlegt. Man kann sagen, dass das Dikasterium die lokalen Gedenktage bevorzugt.

Der vom Orden vorgelegte Entwurf beinhaltete bei Einbeziehung von neuen Gedenktagen gegenüber dem bisherigen Kalender, doch hielt es die Kongregation nicht für angebracht, ihn einfach zu approbieren, sondern hat beschlossen, ihn zu vereinfachen.

In Gebetsverbundenheit

Jean Joseph Bergara, Generalprokurator.

 

Vom 19. – 22. September trafen sich im Haus der argentinischen Bischofskonferenz El Cenáculo, Ciudad de Pilar, unter der Begleitung einiger Patres des Ordens  ca. 80 Mitglieder des OCDS aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay, die sog. CICLA Sur–Länder, um einige Tage der Fortbildung und Gemeinschaft zu verbringen.

Das Hauptthema waren die Konstitutionen des OCDS, dem einige Vorträge und Gruppenarbeit gewidmet waren. Aus Rom war der Generaldelegat für den OCDS, P. Alzinir Debastiani, gekommen. Auf dem Programm stand auch der Besuch des nahegelegenen marianischen Nationalheiligtums Unserer Lieben Frau von Luján.

 

Am 27. September besuchte P. General die Gruppe von 20 Karmelitinnen, die im Teresianum einen von den italienischen Föderationen organisierten Fortbildungskurs absolvierten, begleitet von P. Christof Betschart OCD, Professor an unserer Fakultät und am Höheren Institut für Ausbilder (ISFO), das dem Institut für Psychologie der Gregoriana zugeordnet ist.

Dieser Kurs erstreckt sich über drei Jahre und beinhaltet Themen der ordensspezifischen Spiritualität und der christlichen Anthropologie und Psychologie. Die Teilnehmerinnen wohnen jeweils acht Tage im Teresianum, wo sie Vorlesungen hören und praktische Übungen ausführen.

Während P. Saverio in Begleitung seines persönlichen Sekretärs und des Generalsekretärs der Schwestern, P. Rafal Wilkowski, am Abendessen teilnahm, konnte er die Eindrücke der Schwestern über den ersten Kurs anhören; mit Genugtuung stellte er fest, dass der Kurs sowohl vom Ablauf als auch von seinen Inhalten her gut gelungen war.

Später hat P. General an der ersten Vollversammlung der dritten, erst vor kurzem vom Hl. Stuhl errichteten Assoziation italienischer Karmelitinnenklöster in Montecompatri bei Rom teilgenommen.

 

 

Am 24. September nahm P. General auf Einladung des Generalkapitels der Mitbrüder OCarm an deren Kapitel in Sassone bei Rom teil. Er leitete die morgendliche Eucharistiefeier und hielt ein Referat über die Weitergabe des Charismas, das Hauptthema des Kapitels. Am Fest des hl. Albert von Jerusalem wurde P. Micéal O’Neill aus Irland zum neuen Generalprior gewählt, der P. Fernando Millan nach 12 Jahren ablöst.

Am 27. September traf P. General die Schwestern der italienischen Föderationen im Tersianum, wo sie einen Kurs für Ausbilderinnen absolvierten.

  1. Agustí Borrell visitiert die Provinz Navarra in Spanien, P. Daniel Chowing die Provinz England-Irland, P. Daniel Ehigie ist mit den letzten Vorbereitungen des Kongresses für Afrika und Madagaskar befasst.

Die anderen Definitoren halten sich mit Ausnahme von P. Łukasz Kansy, der in der Generalkurie verbleibt, in den ihnen anvertrauten Regionen des Ordens auf.

 

Vom 14. – 18. Oktober 2019 findet in Yaundé, Kamerun, der Vierte Internationale Kongress unseres Ordens für Afrika und Madagaskar statt. Hauptthema ist das Leben in brüderlicher Gemeinschaft, als dem Raum, in dem sich unsere persönliche Berufung zur Nachfolge Christi ausdrückt, und das Geschenk des Lebens mit dem Dreifaltigen Gott ist, wodurch eine neue Hierarchie der zwischenmenschlichen Beziehungen aufgebaut wird, was brüderliche Bande schafft, die über Fleisch und Blut, Rassen und Kulturen hinausgehen. Erwartet werden mehr als 70 Teilnehmer aus dem Kreis der Brüder, Schwestern und Mitglieder des OCDS.

Die gemeinschaftliche Dimension hat eine besondere Bedeutung im Teresianischen Charisma und ist unverzichtbar, um der Berufung zum beständigen Gebet zu entsprechen (vgl. CV 4,5). Deswegen möchte der Karmel in Afrika und Madagaskar über das Gemeinschaftsleben im kulturellen und kirchlichen Kontext nachdenken, in dem er lebt, überprüfen, was in den Kommunitäten geschieht, und die Schwächen und Mängel benennen, um den Orden für seine Aufgabe der Verbreitung des Lebens in brüderlicher und kontemplativer Gemeinschaft in dieser geographischen Region im Dienst für Kirche und Welt zu ermutigen.

Leitsatz des Kongresses ist: „Der Teresianische Karmel in Afrika und Madagaskar im Dialog mit seinen Kulturen: Ein Blick auf das Leben in brüderlicher Gemeinschaft.“ Der Kongress wurde insbesondere vom Definitor Daniel Ehigie und dem Missionssekretär Jerome Paluku vorbereitet. U. a. werden folgende Referenten zur Sprache kommen: Valentín Ntumba, Kongo, Mitorganisator, Sr. Domitille aus dem Karmel in Elfenbeinküste, Zacharias Igirukwayo, Delegierter für Rwanda-Burundi, P. Emile M’bra, Delegierter für Westafrika, sowie Miguel Márquez, Provinzial der Iberica, und P. General.

 

Lorenzo Barone ist Mitglied des OCDS in der Provinz Mittelitalien. Geboren am 5. Juli 1992 in Rom, war er von 2001-2003 Mitglied der Päpstlichen Cappella Sistina, und hat nach dem Besuch des Musischen Gymnasiums „Alessandro Caravillani“ die Akademie für Kunst und neue Technologien mit verschiedenen Abschlüssen absolviert. Seit mehreren Jahren arbeitet er mit unserem Orden im Geistlichen Zentrum San Silvestro inMontecompatri bei Rom zusammen, und hat nebenbei bei einigen bedeutenden Werbeagenturen in Rom Erfahrung gesammelt. Er hat den Internet-Auftritt der Provinz Mittelitalien gestaltet und bei der Wanderausstellung „Nata per Te“ dieser Provinz im Jubiläumsjahr Teresas 2015 mitgearbeitet.

 

 

Man wird euch das, was ich vorbereitet habe, schriftlich geben, damit ihr es lesen und in Ruhe meditieren könnt. Jetzt möchte ich euch etwas aus dem Herzen sagen.

Die Lesung aus dem ersten Buch der Könige (2,2-3), die an Salomo gerichtet ist, beginnt mit einem Aufruf zum Mut: „Sei also stark und mannhaft!“ Stark und mannhaft sein, beherzt sein, Mut haben. Und um dem Herrn zu folgen, braucht es Mut, immer, etwas Mut. Es ist wahr, dass er den schwierigsten Teil der Arbeit übernehmen wird, aber es braucht Mut, um ihn arbeiten zu lassen. Und es kommt mir ein Bild in den Sinn, das mir sehr in meinem Leben als Priester geholfen hat. Eines späten Abends gingen zwei Schwestern, die eine von ihnen war sehr jung und die andere alt, vom Chor, wo sie die Vesper gebetet hatten, zum Refektorium. Die ältere Schwester hatte Mühe zu laufen, sie war fast gelähmt und die Junge versuchte, ihr zu helfen, aber die Ältere wurde nervös und sagte: „Berühre mich nicht! Bring mich nicht dazu, dass ich falle!“. Und Gott weiß es, aber es scheint, dass die Krankheit die alte Schwester etwas neurotisch gemacht hatte. Aber die junge Schwester begleitete sie immer mit einem Lächeln. Am Ende kamen sie im Refektorium an, die Junge versuchte, ihr beim Hinsetzen zu helfen, und die Alte: „Nein, nein, es tut mir weh, es tut hier weh…“, aber am Ende setzte sie sich. Manche Jugendliche hätte sie angesichts eines solchen Verhaltens sicher gern dahin geschickt, wo der Pfeffer wächst! Aber diese junge Schwester lächelte, nahm das Brot, bereitete es zu und gab es ihr. Das ist kein Märchen, es ist eine wahre Geschichte: die alte Schwester hieß Schwester vom heiligen Petrus und die junge Schwester Teresa vom Kinde Jesu.

Dies ist eine wahre Geschichte, die ein Stück des Gemeinschaftslebens widerspiegelt, das den Geist zeigt, in dem man ein Gemeinschaftsleben führen kann. Die Liebe, in den kleinen wie in den großen Dingen. Die junge Schwester hätte denken können: „Ja, aber morgen werde ich zur Priorin gehen und ihr sagen, dass sie eine Stärkere schickt, um dieser Alten zu helfen, weil ich es nicht schaffe“. Sie dachte nicht so. Sie glaubte an den Gehorsam: „Der Gehorsam hat mir diesen Beruf gegeben und ich werde ihn ausführen“. Mit der Kraft des Gehorsams vollbrachte sie diese Arbeit mit ausgesuchter Liebe. Ich weiß, dass ihr alle als Klausurschwestern gekommen seid, um dem Herrn nahe zu sein, um den Weg der Vollkommenheit zu suchen; aber der Weg der Vollkommenheit findet sich in diesen kleinen Schritten auf dem Weg des Gehorsams. Kleine Schritte der Liebe und der Nächstenliebe. Kleine Schritte, die nichts zu sein scheinen, aber es sind kleine Schritte, die anziehen, die Gott „zum Sklaven machen“, kleine Fäden, die Gott „einsperren“. Die Junge dachte an dies: an die Fäden, mit denen sie Gott einsperrte, an die Schnüre, Schnüre der Liebe, die die kleinen Akte der Liebe sind, kleine, ganz kleine, weil unsere kleine Seele keine Großen Dinge tun kann.

Sei mutig! Der Mut, kleine Schritte zu machen, der Mut zu glauben, dass durch meine Kleinheit Gott glücklich ist und das Heil der Welt vollbringt. „Nein, aber ich denke, dass das Ordensleben sich ändern muss, es muss vollkommener sein, näher bei Gott, und deswegen will ich Priorin werden, Kapitularin, um die Dinge zu ändern!…“  Ich sagte nicht, dass jemand von euch dies denkt… Aber der Teufel schleicht sich in diese Gedanken ein. Wenn du nicht nur das Kloster ändern willst, nicht nur das Ordensleben – mit Jesus verändern und retten -, dann beginnt die Rettung der Welt mit diesen kleinen Akten der Liebe, der Selbstverleugnung, die Gott einsperren und unter uns bringen.

Kehren wir zur Geschichte der Jungen und der Alten zurück. Während sie an einem dieser Abende vor dem Essen zum Refektorium gingen – sie verließen den Chor zehn Minuten früher, um Schritt für Schritt zum Refektorium zu gehen – hörte Teresa eine Musik von draußen…: es gab Fest- und Tanzmusik… Und sie dachte an ein Fest, wo alle jungen Frauen und Männer tanzten, anständig, bei einem schönen Familienfest… vielleicht eine Hochzeit, ein Geburtstag… Sie dachte an die Musik, an all das… Und sie hörte etwas im Inneren; vielleicht hat sie gehört: „Es wäre schön, dort zu sein“, ich weiß es nicht…und sofort sagte sie entschlossen zum Herrn, dass sie niemals, niemals eine einzige der Taten für die alte Schwester gegen jenes weltliche Fest eintauschen würde. Diese machten sie glücklicher als alle Tänze der Welt.

Gewiss wird die Weltlichkeit zu euch unter vielen versteckten Formen gelangen. Versteht es, zu unterscheiden, mit der Priorin, mit der Gemeinschaft im Kapitel, die Stimmen der Weltlichkeit zu unterscheiden, damit sie nicht in die Klausur hineinkommen. Die Weltlichkeit ist nicht eine Klausurschwester, im Gegenteil, sie ist eine Ziege, die auf ihren eigenen Wegen geht und aus der Klausur hinaus führt… Wenn dir Gedanken der Weltlichkeit in den Sinn kommen, schließe die Tür und denke an die kleinen Akte der Liebe: Diese retten die Welt. Teresa zog es vor, die alte Schwester zu hüten und weiterzugehen.

Was ich euch jetzt sagen werde, werde ich nicht sagen, um euch zu erschrecken, aber es ist eine Wirklichkeit; Jesus hat es gesagt, und auch ich erlaube mir, es zu sagen. Jede von euch musste kämpfen, um ins Kloster einzutreten, jede von euch hat viel Gutes getan und hat gesiegt, sie hat gesiegt: Sie hat den weltlichen Geist besiegt, sie hat die Sünde besiegt, sie hat den Teufel besiegt. Vielleicht ist an dem Tag, als du ins Kloster eingetreten bist, der Teufel traurig an der Tür stehen geblieben: „Ich habe eine Seele verloren“, und ist weggegangen. Aber dann hat er einen anderen listigeren Teufel um Rat gefragt, einen alten Teufel, der ihm sicherlich gesagt hat: „Hab Geduld, warte…“. Es ist eine übliche Vorgehensweise des Dämons. Jesus sagt es. Wenn der Dämon eine Seele freilässt, geht er weg; dann hat er nach einiger Zeit Lust zurückzukehren und sieht jene so schöne, so wohlgeordnete Seele, ganz schön, und er hat Lust einzutreten. Und was sagt Jesus? Jener Teufel geht, sucht sieben andere, die schlimmer sind als er, und kehrt mit diesen sieben zurück und sie wollen in jenes aufgeräumte Haus eintreten. Aber sie können nicht mit Lärm eintreten, als ob sie Diebe wären, sie müssen höflich eintreten. Und so klingeln die „gut erzogenen Teufel“ an: „Ich würde gerne hineinkommen…, ich suche nach dieser, nach jener und jener anderen Hilfe…“. Und man lässt ihn hineinkommen. Es sind wohlerzogene Teufel, sie kommen in das Haus hinein, sie ordnen dich etwas neu und dann, sagt Jesus, wird das Ende jenes Mannes oder jener Frau schlimmer sein als der Anfang. Aber hast du nicht bemerkt, dass dieser ein böser Geist war? „Nein, er war so höflich, so gut! Und jetzt, nein, gehe ich nach Hause, weil ich das nicht ertragen kann…“. Es ist schon zu spät, du hast ihn zu sehr in dein Herz eintreten lassen. Hast du nicht bemerkt, hast du nicht mit der Priorin gesprochen, hast du nicht mit dem Kapitel gesprochen, mit einer Schwester aus der Gemeinschaft? Der Versucher will nicht entdeckt werden, deshalb kommt er als edle, höfliche Person verkleidet, zuweilen als geistlicher Vater, zuweilen… Bitte, Schwester, wenn du etwas Eigenartiges verspürst, rede sofort! Rede sofort! Lege es offen. Und wenn Eva rechtzeitig gesprochen hätte, wenn sie zum Herrn gegangen wäre, um ihm zu sagen: „Diese Schlange sagt mir dies, was denkst du darüber?“ Wenn sie rechtzeitig gesprochen hätte! Aber Eva sprach nicht, und es kam die Katastrophe. Diesen Rat gebe ich euch: Redet sofort, redet rechtzeitig, wenn es etwas gibt, das euch die Ruhe nimmt; ich sage nicht den Frieden, aber vorher noch die Ruhe, dann den Frieden. Dies ist die Hilfe, dies ist der Schutz, den ihr in der Gemeinschaft habt; eine hilft der anderen, um eine geschlossene Front zu bilden, um die Heiligkeit zu verteidigen, um die Ehre Gottes zu verteidigen, um die Liebe zu verteidigen, um das Kloster zu verteidigen. „Aber wir verteidigen uns gut gegen die geistliche Weltlichkeit, wir verteidigen uns gut gegen den Teufel, weil wir ein doppeltes Gitter und dazwischen noch einen Vorhang haben!“. Das doppelte Gitter und der Vorhang sind nicht ausreichend. Ihr könntet hundert Vorhänge haben! Es bedarf der Liebe, des Gebets. Die Liebe, rechtzeitig um Rat zu fragen, den Schwestern zuzuhören, der Priorin zuzuhören. Und das Gebet mit dem Herrn, das Gebet: „Herr, ist das wahr, was ich spüre, was die Schlange zu mir sagt, ist es wahr?“. Sobald jene junge Teresa etwas im Inneren verspürte, sprach sie darüber mit der Priorin…, die sie nicht mochte, die Priorin mochte sie nicht! „Aber wie kann ich zur Priorin gehen, wenn sie jedes Mal, wenn sie mich sieht, mir die Zähne zeigt?“. Ja, aber die Priorin ist Jesus. „Aber, Pater, die Priorin ist nicht gut, sie ist böse“. Lass, dass der Herr dies sagt, für dich ist die Priorin Jesus. „Aber die Priorin ist etwas alt, sie funktioniert nicht mehr richtig…“. Das muss das Kapitel entscheiden; wenn du dies sagen willst, sagst du es im Kapitel; aber du gehst zur Priorin, weil sie Jesus ist. Immer die Transparenz des Herzens. Immer wenn man spricht, siegt man.

Und diese Teresa, die wusste, dass sie der Priorin unsympathisch war, ging zu ihr. Es ist wahr, man muss einräumen, dass nicht alle Priorinnen den Nobelpreis für die Freundlichkeit verdienen. Aber sie sind Jesus. Der Weg des Gehorsams ist jener, der dich in der Liebe bezwingt, der uns der Liebe unterwirft.

Dann wurde diese Teresa krank. Sie ist krank geworden, und nach und nach schien es ihr, den Glauben verloren zu haben. Diese Arme, die in ihrem Leben die „höflichen“ Teufel zu verjagen wusste, wusste in der Todesstunde nicht, wie sie den Dämon, der sie umkreiste, überwältigen sollte. Sie sagte: „Ich sehe ihn: er geht umher, er geht umher…“. Es ist die Dunkelheit der letzten Tage, der letzten Monate des Lebens. Für die Versuchung, für den geistlichen Kampf, für die Übung der Liebe geht man nicht in Pension: Du wirst bis zum Ende kämpfen müssen. Bis zum Ende. Auch in der Dunkelheit. Sie dachte, den Glauben verloren zu haben! Und sie rief die Schwestern, dass sie ihr Bett mit Weihwasser besprengen, dass sie gesegnete Kerzen bringen… Der Kampf im Kloster geht bis zum Ende. Aber er ist schön, weil man in diesem grausamen, aber schönen Kampf, wenn er echt ist, den Frieden nicht verliert.

Dieser Papst, so werdet ihr sagen, ist etwas „folkloristisch“, weil er anstatt über theologische Dinge zu sprechen, zu uns wie zu Mädchen gesprochen hat. Wäret ihr doch alle Mädchen im Geiste, das wäre schön! Mit jener Dimension des Kindseins, die der Herr so sehr liebt.

Ich möchte die Geschichte von Teresa mit der alten Schwester zu Ende bringen. Diese Teresa begleitet jetzt einen alten Mann. Und ich möchte dies bezeugen, weil sie mich begleitet hat, bei jedem Schritt begleitet sie mich. Sie hat mich gelehrt, die Schritte zu gehen. Manchmal bin ich etwas neurotisch und schicke sie weg wie die Mutter vom heiligen Petrus. Manchmal höre ich ihr zu; manchmal lassen mich die Schmerzen ihr nicht gut zuhören… Aber sie ist eine treue Freundin. Deshalb wollte ich nicht über Theorien zu euch sprechen, ich wollte zu euch über meine Erfahrung mit einer Heiligen sprechen und euch sagen, was eine Heilige im Stande ist zu tun und welcher der Weg ist, um heilig zu werden.

Vorwärts mit Mut und Zuversicht!

 

 

Die Päpstliche Fakultät und das Päpstliche Institut für Spiritualität Teresianum in Rom boten einer Gruppe von Karmelitinnen aus Italien vom 25. bis 28. Juni einen Fortbildungskurs an.

Ein Teil der Schwestern hatte einen Online-Kurs des Teresianum über geistliche Theologie absolviert und hatte nun die Möglichkeit, durch direkte Begegnungen mit den Professoren das Studierte zu vertiefen und zu ergänzen. Jeden Tag waren Vormittags und Nachmittags jeweils vier Stunden für Vorlesungen und Austausch vorgesehen.

Diese von allen positiv beurteilte Fortbildung fand in der Teilnahme der Karmelitinnen an der Liturgie und den Mahlzeiten der Kommunität ihre Ergänzung; schließlich konnten die Schwestern auch noch an der Abschiedsfeier der Studenten des dritten Studienjahres des Internationalen Kollegs am 27. Juni teilnehmen.

Gehen wir zusammen! Das Wort des Oberhaupts der Familie. Saverio Cannistrà OCD.

„Gehen wir zusammen“, dieses Wort Teresas ist in gewisser Weise auch das Wort von P. Saverio in seinem Dienst an der Spitze des Teresianischen Karmel: Uns nämlich einzuladen, in Gemeinschaft mit dem Herrn unseren Weg zu gehen und uns dabei gegenseitig zu stützen.

Die verschiedenen Beiträge dieses Bandes geben Zeugnis von seinen Bemühungen als Vater, Bruder und Weggefährte im Jubiläumsjahr uns immer klare, tiefe und wertvolle Weisungen zu geben, und an Teresas Hand Wege für unsere Zeit aufzuzeigen. Der Inhalt des Bandes hat auch über den Karmel hinaus Bedeutung für alle, die nach dem Sinn des Lebens suchen.

Das Buch mit seinen fast 700 Seiten kann bestellt werden bei:

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Lieber P. Saverio! Mit Freude haben wir in den letzten Tagen von Ihrer Ernennung zum Mitglied der CIVCSVA gehört. Was bedeutet das für Sie? War das eine Überraschung?

Es war eine große Überraschung; ich habe die Nachricht von unserem Generalprokurator erhalten.

Könnten Sie ein paar Angaben zu Ihrer Aufgabe als Mitglied der Kongregation machen?

Eigentlich weiß ich nicht genau, welche spezifischen Aufgaben den Mitgliedern der Kongregation zugewiesen werden. Es geht nicht um die Arbeit von Konsultoren, denn das sind Fachleute, die für bestimmte Themen zu Rate gezogen werden. Ich weiß, dass jede Kongregation ordentliche und Vollversammlungen hat, zu denen alle Mitglieder des betreffenden Dikasteriums gerufen werden.

 Es ist immer eine Ehre, vom Papst in eine verantwortungsvolle Aufgabe für den Dienst der Kirche gerufen zu werden. Worin könnte Ihrer Meinung nach Ihr Beitrag als Generaloberer der Unbeschuhten Karmeliten für das Ordensleben liegen?

Ich bin dem Papst dankbar für das in mich und insbesondere in den Teresianischen Karmel gesetzte Vertrauen. Was meinen Beitrag betrifft, so hängt der sehr von den Themen ab, die in den Sitzungen der Kongregation besprochen werden. Natürlich kenne ich mich bei manchen Themen besser aus als bei anderen. Ganz sicherlich wird es für mich eine Bereicherung sein, nun intensiver am Leben der Kirche teilzunehmen.

Ganz gewiss wird Ihnen Ihre Erfahrung im Dienst für die Karmelitinnen eine große Hilfe bei der Erledigung dieser Aufgabe sein. Was denken Sie? Was sind Ihrer Meinung nach die Herausforderungen und Probleme für das kontemplative Leben heute?

In der Tat, das Thema des kontemplativen Lebens ist wahrscheinlich der Bereich, wo ich meine einen spezifischen Beitrag einbringen zu können. Jetzt nach der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution „Vultum Dei quaerere“ und der Instruktion „Cor orans“ ist insbesondere das kontemplative Leben für Frauen in vielfacher Hinsicht zu einer Erneuerung aufgerufen. Ichglaube, die wichtigste Herausforderung ist die Mündigwerdung und ein Mentalitätswandel. Jede Kommunität ist im Rahmen ihrer juristischen Autonomie aufgerufen, zu einem aktiven Glied eines größeren Organismus zu werden, zu einer erweiterten Geschwisterlichkeit, innerhalb derer es möglich ist, die Kräfte zu bündeln und angesichts der heutigen Probleme angemessene Lösungen zu finden.

 Danke, P. Saverio, wir beten für Sie bei diesem neuen Auftrag und wünschen Ihnen alles erdenklich Gute.

Am 14. Februar 2009 wurde das neue Gebäude des CITeS in Ávila eingeweiht, das in den ersten Jahren seit 1986 seine Tätigkeit zunächst im Geburtshaus Teresas, dem Konvent „La Santa“, durchgeführt hat.

Zum zehnjährigen Bestehen am jetzigen Standort hat das CITeS ein schönes Gedenkbuch in Spanisch und Englisch herausgebracht. In drei Teilen wird über die Geschichte des CITeS, di symbolische Bedeutung des Gebäudes und seine Kunstschätze berichtet; im zweiten Teil kann sich der Leser über die reichhaltige Aktivität des CITeS mit seinen Kongressen, Vorlesungen, religiösen und kulturellen Veranstaltungen und dergl. sowie das neue Angebot für junge Menschen informieren, der dritte Teil bringt interessante Statistiken.

Der Titel des Buches ist Diez Años de una estrella 2009 – 2019 – Ten years of a star, eine Anspielung auf die Worte Jesu an Teresa im Hinblick auf die Gründung von San José, was sich aus der Architektur des Gebäudes ergibt. Mit reichem Bildmaterial ausgestattet ist es ein wertvoller Beitrag zur Geschichte des Teresianischen Karmel.