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12 April 2021

Besuch des Hl. Vaters Franziskus im Irak. Ein Bericht unseres Erzbischofs Jean Sleiman

Der mehrmals verschobene, aber vom Papst unbedingt gewollte Besuch im Irak fand schließlich vom 5.-8. März statt, und galt von Anfang an als ein historisches Ereignis. Zum ersten Mal war ein Papst in den Irak gekommen, der aber vor allem den Männern und Frauen eines unendlich reichen Landes galt, das zur Beute internationaler egoistischer und destruktiver Konflikte geworden ist. Dieser Besuch wird als eine heroische Tat des Hl. Stuhles im Kampf gegen Kriege und zugunsten der Menschenrechte sowie der Religions- und Gewissensfreiheit in die Geschichte eingehen.

Auf den Spuren Abrahams versuchte der Papst den wahren Glauben an Gott zu wecken, in einem mehrheitlich muslimischen Land, wo der Fanatismus eine beständige Gefahr bildet und der Jihadismus, vor allem des sog. Islamischen Staates, eine zweitausendjährige Kirche ausgerottet und über eine Million ihrer Gläubigen zur Flucht gezwungen hat, was eine düstere Zukunft verheißt.

Der Besuch war kurz. Der Papst hat die offiziellen Oberen und Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften getroffen, betete in einem großen christlichen Dorf in der Ninive-Ebene, das vom Islamischen Staat gedemütigt, verwüstet und entvölkert worden ist, das Angelus-Gebet. Vorher hat er sich in der vom Islamischen Staat halbzerstörten Stadt Mossul, aus der nach der Verfolgung der Christen und Jesiden viele Muslime vertrieben wurden, zum Gebet versammelt. Mit einer Messe im Stadion von Erbil, der Hauptstadt der Kurdenregion, ging dieser historische Besuch zu Ende.

Der Besuch darf als historisch bezeichnet werden, denn der Papst trat demütig und liebevoll auf, als Zeuge für Wahrheit und Hoffnung.

+ Jean Benjamin Sleiman OCD

Lateinischer Erzbischof von Baghdad