Heimgang von Bischof Cástor Oswaldo Azuaje OCD, Bischof von Trujillo (Venezuela)

Heimgang von Bischof Cástor Oswaldo Azuaje OCD, Bischof von Trujillo (Venezuela)

Am 8. Januar verstarb Bischof Oswaldo Azuaje OCD aufgrund einer Erkrankung am Corona-Virus. Nachdem er sich seit dem 3. Januar infolge einer Lungenentzündung unwohl gefühlt hatte, schien sein Zustand zunächst unter Kontrolle zu sein, doch da sich sein Zustand zusehends verschlechterte, versuchte man, mit einer Intubation abzuhelfen, was er aber nicht vertrug, so dass er bald daran starb.

Geboren am 19. Oktober 1951 in Maracaibo, verbachte Bischof Oswaldo, bedingt durch die Militärlaufbahn seines Vaters, den größten Teil seiner Kindheit in Mérida. Dort lernte er im September 1966 die Karmelitinnen kennen, die sich erst kurz zuvor in dieser Stadt niedergelassen hatten. Seit dieser Zeit träumte er davon, den männlichen Zweig von Teresas Karmel auch in Venezuela einzupflanzen, der heute dank seiner Initiative und anderer Mitbrüder, wie des mit dem Namen Pepe bekannt gewordenen, allerdings im März 2019 bereits verstorbenen P. José Ramón Castañeda, in Venezuela Fuß gefasst hat.

Sein Noviziat absolvierte Bischof Oswaldo im Desierto de las Palmas, Spanien, wo er auch seine Profess ablegte. Zur Vorbereitung auf das Theologiestudium am Teresianum in Rom (1972-1975), das er mit dem Bakkalaureat in Theologie abschloss, hat er ein Einführungsjahr im Konvent Stella Maris auf dem Berg Karmel absolviert. Die Diakonweihe erhielt P. Oswaldo durch Kardinal Knox am 16. April 1975 in Rom, die Priesterweihe am 25. Dezember in Mérida durch Bischof Ángel Pérez Cisneros. Danach setzte er seine Studien an der Accademia Alfonsiana in Rom in Moraltheologie fort und schloss sie 1978 mit „summa cum laude“ ab. Ein ergänzendes Studium in Geistlicher Theologie erfolgte 1995 am CITeS in Ávila.

Von 1978 bis 1984 weilte er auf Geheiß seiner Oberen in Costa Rica, wo er als Ausbilder und Oberer in San Ramón tätig war und in der Pfarrei auch die Familienpastoral voranbrachte; später war er von San José de Costa Rica aus Professor für Moraltheologie am interdiözesanen Seminar von Paso Ancho und zugleich auch am interkongregationalen Seminar, dazu Sekretär der Ordenskonferenz von Costa Rica und Schriftleiter der Zeitschrift „Senderos“.

Am 24. Juli 1984 kehrte er nach Venezuela zurück und war in den verschiedenen Konventen, wie Barquisimeto, Mérida und Potrero de Las Casas tätig, wo er verschiedene Aufgaben ausgeübt hat, wie Ausbildungsleiter, Hausoberer und Generaldelegat. Daneben war er Professor am Seminar Divina Pastora in Barqusimeto, im ITER (interkongregationale Fakultät) in Caracas und im Seminar San Buenaventura in Mérida. 1998 wurde er vom Erzbischof von Mérida, Baltasar Porras, zum Bischofsvikar für die Ordensleute in dieser Diözese bestellt und nahm als solcher an den drei Sitzungen des Plenarkonzils von Venezuela (2000-2005) teil und war an der Ausarbeitung des Dokuments über das Ordensleben beteiligt. Die Förderung des Ordensleben mit Hilfe der venezolanischen Ordenskonferenz war ihm immer ein großes Anliegen, was sich in der Programmierung zahlreicher Einkehrtage für Ordensleute zeigte. Insgesamt viermal war er Höherer Oberer unseres Ordens in Venezuela; zugleich galt seine Sorge auch der Familienpastoral, für die er Einkehrtage für Ehepaare, Jugendliche und Kinder organisierte. In Barquisimeto und Mérida war er Assistent der Marriage Encounters in Venezuela.

Am 30. Juni 2007 wurde er von Benedikt XVI. zum Weihbischof von Maracaibo ernannt und empfing in dieser Stadt am 31. August 2007 vom Erzbischof von Maracaibo, Ubaldo Santana, die Bischofsweihe.

Nach vier Jahren und acht Monaten Dienst in dieser Erzdiözese als Generalvikar und Regionalbischof wurde er am 3. April 2012 von Benedikt XVI. zum Bischof von Trujillo ernannt, wo er am 9. Juni des gleichen Jahres in sein Amt eingeführt wurde.

In der venezolanischen Bischofskonferenz war er in zwei Triennien Vorsitzender der Kommission für Jugend- und Universitätspastoral, von 2015 bis 2018 Vorsitzender der Ordenskommission und bis zu seinem Tod Mitglied der Liturgiekommission der venezolanischen Bischofskonferenz.

Außer seiner Muttersprache beherrschte Bischof Oswaldo fünf Sprachen: Italienisch, Englisch, Portugiesisch und Französisch; einige Jahre hatte er auch Klavier und Gesang studiert.

Unser Dank geht an Radio Paz der Diözese Trujillo, und insbesondere an seinen Direktor, P. Pedro Terán, für die Überlassung dieses Nachrufs.