BENEDIKT XVI. ANGELUS Les Combes (Introd) – Aosta-Tal Sonntag, 16. Juli 2006

BENEDIKT XVI. ANGELUS Les Combes (Introd) – Aosta-Tal Sonntag, 16. Juli 2006

Durch eine glückliche Fügung fällt der heutige Sonntag auf den 16. Juli, den liturgischen Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel. An den Abhängen des Karmel, eines hohen Vorgebirges, das sich entlang der Ostküste des Mittelmeers genau auf der Höhe von Galiläa erstreckt, befinden sich zahlreiche natürliche Höhlen, die bevorzugte Wohnstätten von Einsiedlern waren. Der Bekannteste dieser Gottesmänner war der große Prophet Elija, der im 9. Jahrhundert v. Chr. die Reinheit des Glaubens an den einen und wahren Gott mutig gegen den Einfluß der Götzenkulte verteidigte. Unter Anlehnung an die Gestalt des Elija entstand der kontemplative Orden der Karmeliten, eine religiöse Familie, die bedeutende Heilige unter ihre Mitglieder zählt, wie Theresia von Avila, Johannes vom Kreuz, Theresia vom Kinde Jesu und Theresia Benedicta vom Kreuz (mit bürgerlichem Namen Edith Stein). Die Karmeliten haben die Verehrung Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel unter den Christen verbreitet und sie als Vorbild des Gebets, der Kontemplation und der Hingabe an Gott herausgestellt.

Als erste, und auf unübertreffliche Weise, hat Maria geglaubt und erfahren, daß Jesus, das fleischgewordene Wort, der Höhepunkt, der Gipfel der Begegnung des Menschen mit Gott ist. Indem sie das Wort Gottes ganz aufnahm, »gelangte sie glücklich zu dem heiligen Berg« (vgl. Messe zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel, 16. Juli) und lebt für immer, mit Leib und Seele, beim Herrn. Der Königin vom Berge Karmel möchte ich heute alle Gemeinschaften des kontemplativen Lebens auf der ganzen Welt anvertrauen, besonders die des Karmelitenordens, unter denen ich das unweit von hier gelegene Kloster Quart erwähnen möchte, das zu besuchen ich in diesen Tagen Gelegenheit hatte. Maria helfe jedem Christen, Gott in der Stille des Gebets zu begegnen.